Meine-Islam-Reform

Die persönliche Seite einer Religion

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Die Shahada

Orthodoxe Shahada als kalligrafischer Schriftzug in der Wasir-Khan-Moschee in LahoreDie Shahada ist die erste Säule des orthodoxen Islam und lautet: "La ilaha il allah muhammad rasululah" - "Es gibt keinen Gott außer Gott und Muhammad ist sein Gesandter". Es ist bemerkenswert, dass ein solches Glaubensbekenntnis im Koran nicht existiert. In Sure 3 Vers 18 findet sich lediglich folgendes:

"Allah bezeugt, daß es keinen Gott gibt außer ihm. Desgleichen die Engel und diejenigen, die das Offenbarungswissen besitzen. Er sorgt für Gerechtigkeit (qaa'iman bil-qisti). Es gibt keinen...


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Trinität im Koran?

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Oftmals wird dem Koran vorgeworfen, er wende sich gegen eine falsch verstandene Trinität, die es unter Christen so nicht gäbe. Diese Aussage ist jedoch falsch. Der Begriff "Trinität" wird im Koran an keiner Stelle benutzt, womit es sich eher um ein Mißverständnis der Inhalte des Korans handelt, als um ein Mißverständnis desselben in Bezug auf Trinität.

 

 

Der Koran sagt 

Sure 4 Vers 171: "Ihr Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit (laa taghluu fie dienikum) und sagt gegen Allah nichts aus, außer der Wahrheit! Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist (nicht Allahs Sohn. Er ist) nur der Gesandte Allahs und sein Wort (kalima), das er der Maria entboten hat, und Geist von ihm. Darum glaubt an Allah und seine Gesandten und sagt nicht (von Allah, daß er in einem) drei (sei)! Hört auf (solches zu sagen! Das ist) besser für euch. Allah ist nur ein einziger Gott. Gepriesen sei er! (Er ist darüber erhaben) ein Kind zu haben. Ihm gehört, (vielmehr alles), was im Himmel und auf Erden ist. Und Allah genügt als Sachwalter." (Paret)

Sure 5 Vers 73: "Ungläubig sind diejenigen, die sagen: "Allah ist einer von Dreien." Es gibt keinen Gott außer einem einzigen Gott. Und wenn sie mit dem, was sie (da) sagen, nicht aufhören (haben sie nichts Gutes zu erwarten). Diejenigen von ihnen, die ungläubig sind, wird (dereinst) eine schmerzhafte Strafe treffen." (Paret)

Diese beiden Verse sind die einzigen, die überhaupt von einer Zahl in Bezug auf Beigesellung sprechen. In beiden Versen werden die Menschen kritisiert, die sagen es gäbe außer Allah noch zwei weitere Götter. Bei diesen beiden Göttern handelt es sich einmal um Jesus und einmal um Maria. (Sure 5 Vers 116: "Und (dann), wenn Allah sagt: "Jesus, Sohn der Maria! Hast du (etwa) zu den Leuten gesagt: "Nehmt euch außer Allah mich und meine Mutter zu Göttern"? "Er sagt: "Gepriesen seist du! (wie dürfte man dir andere Wesen als Götter beigesellen!) Ich darf nichts sagen, wozu ich kein Recht habe. Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, wüßtest du es (ohnehin und brauchtest mich nicht zu fragen). Du weißt Bescheid über das, was ich (an Gedanken) in mir hege. Aber ich weiß über das, was du in dir hegst, nicht Bescheid. Du (allein) bist es, der über die verborgenen Dinge Bescheid weiß." (Paret)

In 5/116 wird zwar nicht explizit erwähnt, daß Maria als Gottheit verehrt würde, aber eine andere Option läßt sich aus dem Koran nicht ableiten.

Wir haben es also mit einem Tritheismus zu tun, wie er in den christlichen Kirchen nicht zu finden ist. Doch zur damaligen Zeit muß es Gruppierungen gegeben haben, die eine solche Troika des Göttlichen favorisierten. Und wirklich: zwei christliche Sekten und damit ebenfalls "Leute der Schrift" vertraten derlei Lehren: der Kolliridianismus(verehrt Gott und Maria als Götter) und die Mariamiten2 (verehren Gott, Maria und Jesus als Götter). Diese beiden christlichen Sekten (möglicherweise gab es noch andere) scheinen in den genannten Versen also angesprochen worden zu sein und nicht die christlichen Gruppierungen, die eine Trinität im uns heute bekannten Sinne vertreten haben.


1 http://www.ewtn.com/library/HOMELIBR/COLLYRID.TXT

2 „Über das spezifische Land, auf welches wir uns beziehen, sei gesagt, daß Arabien seit Urzeiten bekannt war für seine Ketzereien. Dies kann zum Teil damit in Zusammenhang gebracht werden, daß den verschiedenen Stämmen stets ein gewisses Maß an Freiheit und Unabhängigkeit zugesprochen wurde. Manche der Christen dieses Landes glaubten, daß die Seele zusammen mit dem Körper sterben und gleichfalls wieder am letzten Tage zusammen auferstehen würde. Es wird gesagt, daß Origen diesen Glauben vertreten habe. Unter den Arabern waren es die Häresien von Ebion, Beryllus und die der Nazarener sowie der Collyridianer welche vertreten oder doch zumindest im Gange waren, Verbreitung zu finden. Letztere führten die Jungfrau Maria als Gott ein oder verehrten sie jedenfalls als solchen indem sie ihr eine Art gedrehtes Gebäck (wie ein Zopf?) darreichten, das Collyris genannt wurde und somit dieser Sekte ihren Namen verlieh. Diese angenommene Göttlichkeit der Jungfrau Maria war auch bei manchen Vertretern des Konzils zu Nicäa populär; sie postulierten, daß zwei Gottwesen neben dem Vater bestünden, nämlich Christus und die Jungfrau Maria. Sie wurden in der Folge die Mariamiten genannt. (George Sale, The Koran, IX Edition of 1923, J B Lippincott Company, London, Seite 25)


Kommentare  

 
0 # Ihre Argumentation ist nicht stichhaltigSchroff 2011-06-21 01:53
Ich wünsche allen einen wunderschönen Tag!

Der Koran gilt als die universelle und ewige Wahrheit, sprich: Er ist nicht auf den arabischen Kulturkreis beschränkt. Nun kommt aber der heilige Geist als die dritte Person Gottes im Koran nicht vor, obschon die Trinität von Gott Vater, Sohn und heiligem Geist bereits dreihundert Jahre vor Mohammed - und zwar von der offiziellen Kirche! - zum Dogma erhoben wurde. Es ist unmöglich, dass ein allwissender Allah dieses Dogma nicht gekannt hätte oder im Koran unerwähnt gelassen hätte, falls er sich gegen den christlichen Dreifaltigkeits glauben hätte aussprechen wollen. Die von Ihnen angeführte Argumentation ist insbesondere deswegen falsch, weil es keinen vernünftigen Grund gibt, warum Allah sich inur mit dem Irrglauben von unbedeutenden Sekten anstatt mit dem Glauben der offiziellen christlichen Kirche hätte auseinandersetz en sollen, falls er den Glauben an die Gottessohnschaf t als Irrglauben hätte abqualifizieren wollen.

Muslime, prüft Eure Religion, damit Ihr die Wahrheit erkennt!
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0 # Wir glauben beide an einen GottSchroff 2011-06-22 18:14
Sei gesegnet, mein Freund Andreas!

Ich liebe die Diskussion mit Muslimen. Dabei geht es mir nicht um's Rechthaben. Rechthaben verträgt sich nicht mit echter Religiosität.
Und: Du weisst ja, dass wir Christen nur an den einen Gott glauben. Wenn es nur einen Gott gibt, dann müssten wir beide logischerweise denselben Gott anbeten.

Ich frage einmal einen Muslim: "Wenn Allah allmächtig ist, warum soll er keinen Sohn haben können?" Nach ein paar Ausflüchten (gespickt mit Koranzitaten) lautete seine Antwort: "Er kann, aber es ist unnötig." Selbst wenn man annehmen wollte, Jesus sei nicht Sohn Gottes gewesen (was bedeuten würde, dass entweder die Bibel gefälscht worden wäre oder er gelogen hätte), stellt sich die grundsätzliche Frage: Warum soll ein allmächtiger Gott nicht die Fähigkeit haben, als Mensch auf die Welt zu kommen, mit all den typisch menschlichen Eigenschaften, wie Geburt und Tod? Von vornherein unmöglich ist das nicht.

Dass Du mir nicht folgen kannst (oder willst), rettet Dich aus Sicht des Islam und Deiner Glaubensfreunde .

Für einen Unvoreingenomme nen wirkt es aber grotesk, wenn ein allwissender Allah vor dem Dreifaltigkeits -Glauben warnen wollte, ohne sich dabei mit dem (laut muslimischen Glauben gefälschten) Bibeltext auseinandergese tzt zu haben, wo es in Matth. 28,19 heisst, die Menschen sollten im Namen des Vaters, des Sohnes UND DES HEILIGEN GEISTES getauft werden. Das Matthäusevangel ium wird von den Historikern auf das Jahr 60 bis 100 n. Chr. datiert. Warum sollte sich Allah in vielen Koranstellen über das Verhältnis zwischen Muslimen und CHRISTEN auslassen, bei der Frage nach dem Dreifaltigkeits glauben aber auf Mariamiten bzw. Collydiaristen bezug zu nehmen, um so mehr Allah diese Sekten für so unbedeutend hält, dass er sie im Koran nicht einmal einer Erwähnung wert findet?

Der Herr segne dich und behüte dich, er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig!
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