Islam-Archiv: Koordinierungsrat vertritt Mehrheit der Muslime

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(KNA) Fast alle in Deutschland lebenden Muslime wollen interreligiösen Dialog. Für 83 Prozent ist die christlich-islamische Begegnung «sehr wichtig» und für 13 Prozent «wichtig». 70 Prozent können sich die Teilnahme an einem jüdisch-muslimischen Dialog vorstellen. 19 Prozent lehnten dies ab, wie eine am Sonntag in Soest veröffentlichte Befragung des Islam-Archivs ergab.


Danach fühlen sich 45 Prozent der Muslime in der Bundesrepublik vom Koordinierungsrat der Muslime (KRM) vertreten. 17 Prozent lehnen das Gremium ab. Nach der Untersuchung erhöhte sich die Zahl der in Deutschland lebenden Muslime 2007 auf 3,508 Millionen. Davon gehörten 733.246 Organisationen an, die von den islamischen Spitzenverbänden repräsentiert werden. Das Islam-Archiv geht davon aus, dass einschließlich Familienangehöriger 2,2 Millionen Muslime durch den «organisierten Islam» repräsentiert würden.


Die Studie erfasste für das Vorjahr 206 Moscheen sowie 2.600 Gebets- und Versammlungshäuser. 284.000 Muslime besuchten täglich Moscheegebete. Bei den Freitagsgebeten wurden 539.000 Teilnehmer gezählt. Der Anteil der Jugendlichen an den Moscheebesuchern lag im Vorjahr konstant bei 30 Prozent. Die Zahl der Einbürgerungen von Muslimen verlangsamte sich laut Islam-Archiv 2007. Die Gesamtzahl liege nun bei knapp 1,1 Millionen.


71 Prozent der Befragten hat Angst vor Gewalttätigkeiten gegen Muslime und ihre Einrichtungen. Die Anwendung von Gewalt zur Erreichung politischer oder religiöser Ziele lehnen laut Islam-Archiv 90 Prozent der Muslime strikt ab, 8 Prozent wollten sich zum Thema Gewalt nicht äußern. Als gefährlich betrachtet die große Mehrheit, dass in den Medien häufig über die Angst der Mehrheitsbevölkerung vor dem Islam berichtet werde, aber kaum etwas über die Angst der Muslime vor Entwicklungen in der Mehrheitsbevölkerung.

 

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